Locarno. Palazzo Marcacci.
Mittwoch, 21. Oktober 2025, 18.00 Uhr.
Kostenlose Veranstaltung.
Altersgruppe: keine Begrenzung.
Der französische Außenminister Aristide Briand und der deutsche Bundeskanzler Hans Luther trafen sich zu einem diskreten Gespräch im Hotel Elvezia in Ascona. An dieses Ereignis erinnert eine graue Marmortafel mit der Aufschrift: "Hier legten Briand und Luther am 7. Oktober 1925 den Grundstein für den Frieden von Locarno". Oben auf der Tafel befindet sich ein in Bronze gegossenes Porträt der beiden Staatsmänner von dem Bildhauer Fiorenzo Abbondio.
Mario Agliati beschrieb das Treffen und seine lokalen Umwälzungen und zeigte damit beispielhaft, wie ein Ereignis von internationaler Bedeutung in das Gedächtnis des Dorfes, in die malerische lokale Tradition, eingeschrieben werden kann.
Schon damals verwechselten einige Zeitungen in ihren Berichten über das Treffen Stresemann und Luther. Es wurde viel darüber spekuliert, was die beiden Staatsmänner bei dem Treffen außerhalb des Sitzungssaals zueinander gesagt hatten. Die Presse zog daraus verschiedene Schlüsse. Heute kennen wir dank der Archive die Einzelheiten des Treffens aus Luthers Aufzeichnungen. Wir können also die Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen der volkstümlichen Überlieferung, den damaligen Presseberichten und den Aufzeichnungen der unmittelbar Beteiligten analysieren. Eine kleine Lektion über die Verwendung historischer Quellen.
Rodolfo Huber
Ehemaliger Präsident der Historischen Gesellschaft von Locarno, studierte Geschichte an der Universität Zürich, promovierte 1991 und ist seit 1988 Archivar der Stadt Locarno.
Karikatur von Luther
Das Hotel elvezia
Karikatur von Briand